Archiv für den Monat: Oktober 2014

Die Farben des Herbstes

Wunderbar ist es momentan, bei Sonnenschein spazieren zu gehen. Die Bäume leuchten in (fast) allen Farben.
Manchen Kindern ist das leider nicht so ganz klar – und deshalb ist es jeden Herbst für mich Pflicht über die Herbstfarben zu sprechen und natürlich auch mit ihnen zu gestalten.
Zuerst dürfen die Kinder aus meinen „Schnipselkisten“ (hierin befinden sich alle Tonpapierreste der letzten Jahre),Farben aussuchen. Jeder legt eine Farbe in den Kreis und darf dazu eine Herbstgeschichte oder einen Herbstsatz erzählen. Nicht passende Farben (blau, lila, schwarz, weiß) werden aussortiert und dann können mit den Schnipseln in Gruppenarbeit große vorgegebene Blätter beklebt werden.


So bunt schaut es auf den Tischen aus. Die Schnipsel würden auch noch für mehr Blätter reichen.



Weiter geht es dann mit dem Malen der Herbstfarben. Nach dem Fingerdruck der Vögel ist es der erste Umgang der Pinguine mit Pinsel und Wasserfarben (in der Schule). So ist es gut, dass dabei nicht auf Formen geachtet wird, sondern auf den Umgang mit den Farben und dem Mischen auf dem Papier. Immer wieder interessant ist es, wie die Kinder ihre Farbkästen „behandeln“. Die einen würden am liebsten bei jeder Farbe den Pinsel tauschen um ja nicht mit einer anderen Farbe in das Näpfchen zu kommen. Den anderen ist das „so was von schnuppe“ – da schauen nach einer Weile alle Näpfchen gleich aus. Na, wir werden das schon noch hinkriegen! Und auch das mit dem Wasser – das eigentlich im Becher bleiben sollte.


Alle sind fleißig bei der Sache.



Es fällt nicht allen leicht, sich von Formen und Mustern zu trennen.


Jetzt können die Bilder erstmal lange trocknen – nach den Herbstferien geht es dann mit dem Kunstwerken weiter.

Lesen

Verbliebene Bücher von drei eigenen Kindern, Spenden durch Eltern und viele Jahre Freiexemplare bei der Bestellung von „Gänsefüßchen“Bücher im Este-Verlag haben uns zu dieser wunderbaren Bibliothek im Klassenzimmer verholfen.

Leider bleibt immer zu wenig Zeit, um diese auch ausführlich zu nutzen.
Die Kinder genießen die freie „Lesezeit“ zum Selberlesen und Vorlesen.




Normalerweise haben die Kinder ein Buch (oder auch mehrere) unter der Bank und lesen, wenn sie mit ihrer Arbeit schon fertig sind und auf die anderen warten müssen. Auch am Morgen sitzen manche ruhig da und sind in ihre Bücher vertieft. Und ausleihen für zu Hause darf man sie natürlich auch.

Die ersten Ferien …

… stehen für die Pinguine vor der Tür. Sechs Wochen haben alle fleißig gearbeitet und schon vieles gelernt. Und natürlich haben die Eisbären ihre Ferien genauso verdient.
Zum Abschluss gibt es noch ein gemeinsames Frühstück. Nach dem Kennenlernen einiger Heckenfrüchte bietet sich da ein Herbstfrühstück geradezu an. Auf der Speisekarte stehen:
– Semmeln und Brot
– Butter (nicht ganz: auf Wunsch einer einzelner Dame Margarine mit Butter)
– Brombeermarmelade
– Hagebuttenmarmelade
– Holundermarmelade
– Haselnüsse zum Knabbern
– Haselnussmuffins (vielen Dank an eine liebe Oma!)
– Haselnussjogurt
– Brombeeren
– Hagebuttentee
Nach der lautstarken Vorbereitung und dem Tischdecken wird es dann beim Kauen doch etwas ruhiger. Allen schmeckt es – und es wird richtig gemütlich im Klassenzimmer.



AEIOU

Das waren die ersten Laute, bzw. Buchstaben, die die Pinguine in den letzten Wochen intensiv gelernt haben. Nachdem wir an unserer Schule die neue Fibel „Karibu“ angeschafft haben (jetzt auch in Bayern angekommen), probiere ich es erstmals aus, nur mit den Vokalen anzufangen. Das heißt, das das erste Zusammenlesen recht spät erfolgt. Aber so haben wir
1. Zeit, um das Hören der Laute genau einzuschulen;
2. noch mehr Zeit, uns mit der Anlauttabelle zu beschäftigen und schon erste Wörter zu schreiben (ohne sie unbedingt lesen zu müssen);
3. jetzt dann die Möglichkeit, mit einem neuen Mitlaut viele Silben und erste Wörter lesen zu können.
Es hat sich auf jeden Fall bis jetzt noch kein Kind beschwert, dass es noch nicht lesen kann!
Nachdem ich in diesem Schuljahr seit langem wieder einmal Kinder habe, die anfangs gar nicht oder nur wenig lesen können, hat sich diese Methode auch angeboten. Ich merke, dass die Leseanfänger im Umgang mit Lauten und Buchstaben sicherer wurden und bin mir sicher, dass das Zusammenlesen jetzt auch leicht gelingt.

Besonders für die Eltern ein kurzer Einblick in die Erarbeitung unserer Buchstaben:


Die Kinder erahnen schon immer den Buchstaben, der am Montag in unserer „Pinguinstunde“ Geburtstag feiert. So ist es für sie leicht, den Laut in den Bilder zu hören. Mit grünen, gelben und roten Muggelsteinen bestimmen sie den „Ort“ des Lautes: Anfang, Mitte oder Schluss. Aus der Buchstabenkiste werden Groß- und Kleinbuchstaben herausgesucht.
Zum Buchstabengeburtstag gehört noch ein Lied, eine Geschichte und das Üben des Handzeichens zum jeweiligen Buchstaben.


In verschiedenen Stationen werden die Buchstaben eingeübt.
Hier spuren die Kinder an der Tafel nach und trainieren die richtige Schreibrichtung ein.


Im Sand wird noch einmal geschrieben.


An dieser Station werden die Buchstaben mit Muggelsteinen nachgelegt.


Und hier kann der große Buchstabe mit Bügelperlen gesteckt werden.


Der Schüler stöpselt noch einmal: Wo höre ich das Ee?


Die ersten Leser ordnen hier Bild und Wort zu – und können selbst kontrollieren.


Labyrinth durch das E – hier wird auch die Augen-Hand Koordination geschult. Es sind ziemlich schwierige Labyrinthe – aber viele Kinder sind hier ganz fit und ziehen locker ihren Stift durch die Wege.


Hier wird unter vielen Figuren der richtige Buchstabe gesucht und ausgemalt.

Die Kinder arbeiten frei an den Stationen und suchen sich ihre Aufgaben aus. Auch für Hausaufgaben haben sie oft die freie Wahl der Arbeitsblätter-also, liebe Eltern, wundern Sie sich nicht, wenn ein Klassenkamerad plötzlich eine andere Hausaufgabe hat.
Ich genieße es sehr, nur mit neun Pinguinen zu arbeiten.
Mit dem nächsten Buchstaben beginnt dann das Lesen von Wörtern. Neues Arbeitsmaterial wartet schon darauf.

Vögel auf dem Weg in den Süden

Ich erzähle gerne Geschichten. Oft bietet es sich im Fach Kunsterziehung an, die Kinder an ein bestimmtes Thema heranzuführen.
Auf dem Weg in den Süden treffen sich die Vögel auf einer Stromleitung (wer kennt schon noch Telefonleitungen?) und erzählen sich von ihren Erlebnissen im Sommer. Da ist ein Singen und Gezwitscher. Die Vögel freuen sich, sich wiederzusehen.
Für die Pinguine ist es das erste Mal, dass wir den Wasserfarbkasten benutzen. Wir wollen die Farben kennenlernen, den Umgang mit dem Wasser und den Farbtöpfchen. Da brauchen wir am Anfang keinen Pinsel, der Finger reicht. Es ist auch interessant zu spüren, wie sich die Farbe löst und am Finger anfühlt. Das macht später die Erfahrungen mit dem Pinsel leichter.
Und so entstehen wunderbare bunte Tupfen, die die Kinder nach dem Trocknen mit einem schwarzen Buntstift in Vögel „verwandeln“.






Mathe für die Großen

Während die Pinguine fleißig ihre Zahlen lernen und üben widmen sich die Eisbären den schwierigen Aufgaben im Knobelheft. Ein Kollege hat die Hefte erstellt, drucken lassen und verschickt. Solltest du das hier lesen, Florian, vielen Dank nochmals für deine Ideen und deine Arbeit!

Mit diesen Sachaufgaben haben wir uns beschäftigt:

Nun gibt es Kinder, die lesen diese Aufgaben durch und rechnen sie locker-leicht im Kopf aus. Manche schreiben die Plus- und Minusaufgaben dazu. Und für andere ist die Aufgabe eher ein Buch mit sieben Siegeln.
Wie gut, dass wir in diesem Jahr eine Lehramtsanwärterin haben, die sich dieser Aufgabe ganz kreativ angenommen hat.


Die Kinder konnten die Aufgabe nachspielen – und schwupps – schon hatten sie die Aufgabe verstanden und konnten sie lösen. Und wenn es dann auch noch so tolle Bahnhöfe und Ortsnamen sind!

Etwas einfacher und farbloser ging es dann mit dem Rechnen mit Kastanien weiter. Für die Kinder ist es immer besonders schwierig, zu der dargestellten Situation der Aufgabe eine Frage zu finden. Manchmal ist die so klar, dass sie diesen oft kleinen Schritt gar nicht wagen. So üben wir die Zuordnung Rechengeschichte – Frage – Rechnung – Antwort. Die verschiedenen Aufgaben werden mit den Kastanien nachgelegt und die verschiedenen Aufgabenteile zugeordnet. Auch das ist nicht immer so einfach.


Zuerst muss die Geschichte verstanden werden. Dann eine Frage formuliert (und im Heft oder auf dem Arbeitsblatt auch noch aufgeschrieben werden – das da dann auch Rechtschreibung nur wenig Wert gelegt werden kann, ist klar). Eine Rechnung wird überlegt – braucht man dazu jetzt plus oder minus? Manchmal sind auch zwei Aufgaben in der Lösung versteckt.
Und dann auch noch die Antwort – wieder ein Satz!
Beim Schreiben merke ich jetzt selbst, wie viel den Schülern da abverlangt wird. Es ist wirklich Kopfarbeit, die sie da leisten müssen.

Zahlen, Ziffern und Mengen

So ein Begriffs-Durcheinander! Die Kinder wollen doch einfach nur die Zahlen lernen. Dass Ziffern und Mengen verschieden sind, ist den Kleinen egal. Fünf ist fünf – da interessieren die Darstellungsformen erst mal wenig. Trotzdem – die Zahlen müssen aus verschiedenen Aspekten behandelt werden. Und dazu haben wir im Klassenzimmer eine Menge Übungsmaterial, mit dem die Kinder gerne „spielen“.


Erinnerung an den Sommerurlaub am Meer! Die Kinder dürfen auf jeden „Strandabschnitt“ die passende Anzahl an Muscheln legen (wie gut, dass meine Kinder vor vielen Jahren diese fleißig gesammelt haben).


Aus verschiedenen laminierten Formen werden die Ziffern gelegt.


Wie viel ist es? Die richtige Anzahl wird farbig geklammert und auf der Rückseite selbständig kontrolliert.


Hier werden ähnliche Aufgaben „gestöpselt“. Zusammen macht es einfach mehr Spaß. Und man muss auch nicht immer am Tisch sitzen.



Spannend – können die Finger die richtigen Mengen ertasten?


Ein gemeinsamer Hefteintrag darf natürlich nicht fehlen.


Und das Schreiben der Ziffern wird ansprechend geübt.

Sonne und Wolken, warm, Niederschlagsmenge 0mm…

… so war es im Wetterbericht der letzten Tage gemeldet.
Mit Vorfreude auf einen sonnigen Wandertag verlasse ich das Haus – und spüre einige Regentropfen. Das kann doch nicht sein!
Trotzdem – wir marschieren los. Immer wieder nieselt es, die Sonne kommt nicht durch. Nach dem gestrigen wunderbaren Spätsommertag ist das etwas frustrierend.
Die Kinder haben trotzdem ihren Spaß – und es tut ihnen gut, außerhalb der Schulumgebung zusammen zu sein.

Nach einer kurzen Busfahrt durch die Stadt wandern wir am Wiesengrund entlang zur kleinen Mainau-Quelle, im Volksmund „Gaggerlas-Quelle“, nachdem das Wasser etwas nach faulen Eiern schmeckt.

Hier machen wir unsere erste Pause.

Die „grünen Frösche“ sind unterwegs. (So schnell wird man aus einem Eisbären oder Pinguin zum Frosch!)

Und dann geht es weiter zum großen Spielplatz. Manche brauchen
trotzdem nur einen Ball…

… obwohl es noch viele Spiel- und Sportgeräte gibt.

Ich genieße statt dessen die Farben des Herbstes:



Noch ein kurzer Gang über unsere Kirchweih und dann geht es mit dem Bus wieder zurück zur Schule. Es war doch ein verlängertes Wochenende!

Wir feiern Geburtstag

Einige Geburtstagsfeiern haben wir jetzt schon hinter uns. Natürlich dürfen wir den großen Tag der Erst- und Zweitklässler nicht einfach so verstreichen lassen – wenn wir auch am Festtag nicht immer feiern können. Entweder ist Wochenende, es sind Ferien oder der Stundenplan passt nicht. Aber manchmal passt es dann doch.

Das Geburtstagskind darf an diesem Tag im Sitzkreis besonders kuschelig sitzen – nämlich auf unserem Eisbären. Dazu darf es sich die zwei Nachbarn aussuchen.

Wir singen ein Geburtstagslied: Du bist die Super-Idee…
Und dann gratulieren einige Kinder und unser Hugo.

In diesem Jahr gibt es ein „Geburtstags-Motto“: Du bist wertvoll!
Nur – manchmal merkt man das nicht gleich. Wie bei diesem Stein.

Außen ist er „normal“, wie jeder andere, aber innen ist er ganz besonders schön und einzigartig.

Wie gut, dass die meisten Kinder (ja, es sind wirklich nicht alle) wissen, wie wertvoll und einzigartig sie für ihre Eltern sind.
Zur Erinnerung daran gibt es als kleines Geburtstagsgeschenk in diesem Schuljahr auch einen Halbedelstein, den sich die Kinder aussuchen dürfen.

Danach darf sich das Geburtstagskind noch auf einen Stuhl setzen und wird von seinen Freunden hochgehoben – einmal für jedes Lebensjahr. Das ist manchmal eine recht wackelige Angelegenheit und ich stehe „griffbereit“ daneben.
Und natürlich gibt es – wie bei einer Geburtstagsfeier üblich – auch etwas zu essen. Vielen Dank an die einfallsreichen Mamas, die uns immer köstliche Sachen spendieren.
Mit dem Kerzenausblasen endet dann unsere Feier.

Unser Geburtstagsritual wechselt jedes Jahr – ich muss gestehen, dass ich das auch für mich mache. Seit 16 Jahren feiere ich jetzt mit den „Kleinen“, und das 25mal im Jahr – da bin ich manchmal auch froh, wenn zwei Geburtstage zusammenfallen (psst, das verrate ich natürlich nur hier).

Heckenfrüchte

Bei diesem Wetter spazierzugehen ist einfach wunderschön. Der Himmel ist blau, die Blätter beginnen gelb und rot zu werden und es noch warm – so fällt der Abschied vom Sommer (momentan) noch leicht.
An den Sträuchern sind die Früchte in allen Farben reif geworden. Einige davon habe ich mit ins Klassenzimmer gebracht.

Hagebutten, Brombeeren und Haselnüsse waren den Kindern weitgehend bekannt. Kaum einer wusste jedoch, dass man aus den Hagebutten Marmelade machen kann, die dann auch noch in unseren Krapfen wunderbar schmeckt. Ich muss gestehen, dass ich auch noch verraten habe, dass man in den Hagebutten „Juckpulver“ findet und dass wir es als Kinder äußerst witzig fanden, die haarigen Kerne anderen in den Kragen zu stecken. Also – meine Schuld!
In diesem Jahr konnten wir keine Holunderbeeren finden, auch die Hagebutten sind zwar reif, wachsen aber nicht so dicht wie sonst. Dafür gibt es genügend Schlehen (die in den Jahren vorher sehr spärlich waren) und das erste Mal seit 20 Jahren wachsen Mengen an Haselnüssen an unserem Strauch im Garten. Woran liegt das?
Vielleicht entdecken ja Eltern und Kinder bei Herbstspaziergängen die Früchte an den Sträuchern.
Übrigens: Vogelbeeren der Eberesche sind nicht – wie viele meinen – giftig. Sie werden auch für die Marmeladen- und Schnapsherstellung verwendet. Vogelbeeren sollen mehlig schmecken (ich hab’s noch nicht probiert) aber sonst nicht schaden. Giftig dagegen sind Pfaffenhütchen und Liguster, der ja an vielen Hecken in der Nähe unserer Schule wächst.