Archiv für den Monat: November 2014

Mathematik ist nicht nur rechnen

Wenn das nur so einfach wäre!
Die meiste Zeit in unserem Mathematik-Unterricht verbringen wir mit Rechnen: Zahlen bis 20 oder bis 100 werden gelernt und dann beginnen die Plus- und Minusaufgaben, später auch noch das Malnehmen und Teilen. Wie viele Kinder haben damit zu kämpfen! Und ich glaube, dass wir Lehrer es ihnen und uns auch leichter machen könnten, wenn wir die „Außenstellen“ der Mathematik etwas mehr im Unterricht fokussieren würden: die Vielfalt der Geometrie, das logische Denken in der Kombinatorik, das Abschätzen und Nachdenken über Wahrscheinlichkeiten. Eigentlich weiß ich es und trotzdem bleibe ich – bleiben wir – dann doch beim bloßen Rechnen hängen.

Manchmal schaut dann Mathematikunterricht doch etwas anders aus:

Die Kinder kennen vom Kindergarten schon die Flächenformen Viereck, Dreieck und Kreis. Dass das mit dem Viereck dann doch nicht so einfach ist müssen sie lernen (und vergessen es dann doch oft wieder).
Wir schauen uns gemeinsam viele Flächenformen an und die Schüler können sie auch weitgehend benennen – bei dieser Auswahl ist das gar nicht so einfach.

Mit den Grundformen dürfen die Schüler dann Figuren oder Muster zeichnen und ausmalen. Die Plättchen dienen als Schablonen.

Dreieck, Quadrat und Kreis können auch drei gute Freunde sein und gemeinsam einen Ausflug unternehmen. Und das könnte dann so ausschauen:






Mathematik und Kunstunterricht sind immer wieder Partner in der Schule.

Aber auch beim freien Erzählen der Kinder kann Mathematik eine Rolle spielen.
Im Morgenkreis erzählen sie, was das Lieblingsspiel am Wochenende ist – und nebenbei entsteht ein Säulendiagramm.

Auf diese Weise ist es für die Kinder leicht, das Diagramm zu lesen. Klar, dass die Computerspiele (und xbox, Wii und wie sie alle heißen) an erster Stelle stehen – aber ich freue mich auch, dass viele andere Spiele genannt wurden.

Igelbilder

Der Igel bietet sich immer wieder zu vielfältiger Gestaltung an.
Dieses Jahr malen und drucken wir den Igel.
Zuerst wird der Hintergrund mit Schwämmchen eingefärbt.
Nach dem Trocknen geht es richtig los: Der Igelkörper wird gemalt.

Und dann werden mit den Kanten von Wellpappe (noch besser: fester Karton)die Stacheln gedruckt.

Zum Schluss darf der Igel noch in sein Blätternest. Dazu brauchen wir unser Blatt mit den kürzlich gemalten Herbstfarben.

Auf der Rückseite habe ich Blattumrisse kopiert – so dass die Kinder jetzt nur noch Blätter ausschneiden – zum Igelnest anordnen – aufkleben – und fertig sind die Kunstwerke.





Wissenswertes über den Igel

Unser neues Thema im Heimat- und Sachunterricht: der Igel.
Bevor wir in dieses Thema einsteigen, möchte ich von den Kindern erfahren, was sie eigentlich über den Igel wissen wollen. In Gruppenarbeit sammeln sie viele Fragen und ein Eisbär schreibt sie dann auf einen „Igelstachel“.


Es werden eine Menge Fragen.

Daheim übertrage ich sie am Computer in fehlerlose Schönschrift fürs Klassenzimmer.




Ob die Schüler am Ende der Einheit wohl alle Fragen beantworten können?
( Die Idee mit den Stacheln ist nicht auf „meinem Mist gewachsen“ sondern stammt von einer Kollegin, die den Blog „Klassenkunst“ führt.)

Dann geht es los mit dem Körperbau des Igels. Die Kinder benennen die Körperteile und wir überlegen uns, welche Aufgaben sie haben.

Lösungen

Was habe ich für schlaue und vor allem praktisch denkende Kinder in der Schule!
Gespräch 1:
Unser Wort der Woche ist diesmal „Flüchtlinge“. Die Kinder wissen eine Menge: Warum fliehen viele Menschen aus ihrer Heimat? Aus welchen Ländern und Gebieten kommen sie? Wo wohnen sie hier in Deutschland? Wie geht es ihnen wohl? Die Kinder zeigen viel Verständnis und Mitleid- sicher haben auch manche Familien schon Kleidung oder Geld gespendet. In unserer Stadt wurde ein leerstehendes Möbelhaus für die Flüchtlinge hergerichtet. Auch das ist vielen bekannt. Ich zeige ein Bild von aneinander stehenden Stockbetten. Ob die Kinder so leben möchten?
Da bringt ein Mädchen eine grandiose Idee:
Warum werden die Flüchtlinge nicht bei IKEA untergebracht. Da gibt es doch viele Betten und Sofas. Und ein Restaurant gibt es auch.
Bestätigende Anmerkung eines anderen Schülers: Und ein Spieleparadies für die Kinder gibt es auch.
So einfach wäre es also! (Es gibt ja noch mehr Möbelhäuser mit Spieleparadies.)
Gespräch 2:
Wir sprechen über die Lautstärke im Unterricht. Viele beschweren sich, dass es zu laut wäre, aber keiner hält sich an die „Flüstersprache“. Da kommt ein weiser Spruch eines Erstklässlers:
„Es ist doch ganz einfach leise zu sein, man muss nur seinen Mund zu machen“.
Das werden wir doch mal ausprobieren!

Richtig schreiben

In den letzten Jahren gab es immer wieder verschiedene Ansätze, um den Kindern die Rechtschreibung nahe zu bringen. Laut war die Kritik in der Öffentlichkeit, dass die Kinder nicht mehr richtig schreiben können. Die Gründe dafür sind allgemein schnell gefunden (Spiegel, FAZ, Focus u.a.) – die Wissenschaftler streiten darüber und bringen wieder neue Ideen zur Didaktik der Rechtschreibung.
Ich stelle in den Klassen fest, dass die Fähigkeit, Wörter richtig abzuschreiben und auswendig zu schreiben, stetig abnimmt. Meine Kinder schrieben vor 15 Jahren noch Nachschriften, d.h. gelernte Diktate, die dann im Ein-Fehler-Sprung bewertet wurden (5 Fehler = Note 6). Heute fällt es den Kindern schwer, geübte Texte richtig abzuschreiben.
Der Weg, den ich im Rechtschreibunterricht gehe, ist einer von vielen.

Die Kinder bekommen Lernwörter vorgegeben, die wir zwei bis drei Wochen üben. In der ersten Klasse sind das 10 Wörter, es steigert sich dann bis auf etwa 30 Wörter. Die Wörter sind zuerst nach Themen ausgewählt (Ostern, Wiese, Schule, Herbst, Weihnachten, …), zunehmend stehen dann Wörter mit bestimmten Rechtschreibproblemen im Mittelpunkt (Wörter mit ie, sp und st, …). Wir betrachten zuerst die Lernwörter: Werden sie so geschrieben, wie wir sie sprechen? Gibt es bestimmte Regeln zu den Wörtern? Wo sind Aufpass-Stellen, die ich mir merken muss?
Und dann wird auf vielfältige Art und Weise geübt. Ich meine, dass der alte Spruch „Übung macht den Meister“ für die meisten Kinder immer noch gültig ist.
Zu jeder „Wortschatzkiste“ gibt es zwölf verschiedene Aufgaben, die sich oft, aber nicht immer wiederholen. Die Kinder können die Aufgaben im Karteisystem frei wählen. Die Schwierigkeiten steigern sich mit der Kartennummer.


Da müssen manche Wörter noch einmal genau angeschaut werden!


Nicht nur das Schreiben der Wörter wird geübt, sondern auch benachbarte Ziele, wie das Ordnen der Wörter nach dem ABC.


Das sinnerfassende Lesen – durch die richtige Anordnung des Satzes – gehört auch dazu.


Und auch die Kreativität kann beim Üben eingebracht werden. Hier können die Wörter bunt, mit verschiedenen Stiften und „kreuz und quer“ geschrieben werden.