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AEIOU

Das waren die ersten Laute, bzw. Buchstaben, die die Pinguine in den letzten Wochen intensiv gelernt haben. Nachdem wir an unserer Schule die neue Fibel “Karibu” angeschafft haben (jetzt auch in Bayern angekommen), probiere ich es erstmals aus, nur mit den Vokalen anzufangen. Das heißt, das das erste Zusammenlesen recht spät erfolgt. Aber so haben wir
1. Zeit, um das Hören der Laute genau einzuschulen;
2. noch mehr Zeit, uns mit der Anlauttabelle zu beschäftigen und schon erste Wörter zu schreiben (ohne sie unbedingt lesen zu müssen);
3. jetzt dann die Möglichkeit, mit einem neuen Mitlaut viele Silben und erste Wörter lesen zu können.
Es hat sich auf jeden Fall bis jetzt noch kein Kind beschwert, dass es noch nicht lesen kann!
Nachdem ich in diesem Schuljahr seit langem wieder einmal Kinder habe, die anfangs gar nicht oder nur wenig lesen können, hat sich diese Methode auch angeboten. Ich merke, dass die Leseanfänger im Umgang mit Lauten und Buchstaben sicherer wurden und bin mir sicher, dass das Zusammenlesen jetzt auch leicht gelingt.

Besonders für die Eltern ein kurzer Einblick in die Erarbeitung unserer Buchstaben:


Die Kinder erahnen schon immer den Buchstaben, der am Montag in unserer “Pinguinstunde” Geburtstag feiert. So ist es für sie leicht, den Laut in den Bilder zu hören. Mit grünen, gelben und roten Muggelsteinen bestimmen sie den “Ort” des Lautes: Anfang, Mitte oder Schluss. Aus der Buchstabenkiste werden Groß- und Kleinbuchstaben herausgesucht.
Zum Buchstabengeburtstag gehört noch ein Lied, eine Geschichte und das Üben des Handzeichens zum jeweiligen Buchstaben.


In verschiedenen Stationen werden die Buchstaben eingeübt.
Hier spuren die Kinder an der Tafel nach und trainieren die richtige Schreibrichtung ein.


Im Sand wird noch einmal geschrieben.


An dieser Station werden die Buchstaben mit Muggelsteinen nachgelegt.


Und hier kann der große Buchstabe mit Bügelperlen gesteckt werden.


Der Schüler stöpselt noch einmal: Wo höre ich das Ee?


Die ersten Leser ordnen hier Bild und Wort zu – und können selbst kontrollieren.


Labyrinth durch das E – hier wird auch die Augen-Hand Koordination geschult. Es sind ziemlich schwierige Labyrinthe – aber viele Kinder sind hier ganz fit und ziehen locker ihren Stift durch die Wege.


Hier wird unter vielen Figuren der richtige Buchstabe gesucht und ausgemalt.

Die Kinder arbeiten frei an den Stationen und suchen sich ihre Aufgaben aus. Auch für Hausaufgaben haben sie oft die freie Wahl der Arbeitsblätter-also, liebe Eltern, wundern Sie sich nicht, wenn ein Klassenkamerad plötzlich eine andere Hausaufgabe hat.
Ich genieße es sehr, nur mit neun Pinguinen zu arbeiten.
Mit dem nächsten Buchstaben beginnt dann das Lesen von Wörtern. Neues Arbeitsmaterial wartet schon darauf.

Darf ich vorstellen …

Kari und Bu – zwei “Außerirdische”, die mit den Kindern das Lesen lernen wollen. Sie sind mit ihrem Raumschiff hier auf der Erde gelandet und gehen mit einigen Kindern in die Schule. Da Kari und Bu schon lesen können erklären sie den Kindern, auf was sie alles achten müssen.
Jari und Bu haben die “Piloten” mitgebracht: AEIOU. Sie spielen jetzt erst mal eine wichtige Rolle: wir hören sie als Anfangslaute, in der Mitte und am Schluss. Wir lernen, die Buchstaben genau zu schreiben und sie überall wiederzuerkennen.
Idealerweise bietet sich bei den “großen” Eisbären das Thema Selbstlaute an. Wir verzaubern Wörter, indem wir einen Selbstlaut austauschen. Oder die Kinder suchen den passenden Selbstlaut, damit sich ein sinnvolles Wort ergibt.

Seit diesem Jahr haben wir eine neue Fibel: Karibu.
Ich habe mir diesmal vorgenommen, dem vorgegebenen Verlauf des Lehrgangs zu folgen und fange deshalb mit den Selbstlauten an. Grund: in jeder Silbe muss ein Vokal stehen (mir fällt gerade ein, dass die Kinder ja mit dem neuen Lehrplan auch die richtigen grammatikalischen Bezeichnungen lernen sollen). Wenn dann die ersten Mitlaute (Konsonanten!) gelernt werden, können so schnell viele Silben und auch kleine Wörter gelesen werden.
Für mich ist das jetzt auch eine Umstellung, es wird etwas dauern, bis wir die ersten Buchstaben zusammen lesen können. Dafür haben wir Zeit, um die phonetischen Grundlagen wie Reimen, Anlaute und Silben hören, den Umgang mit der Anlauttabelle, ausreichend zu üben. Das erste Mal seit Jahren sind bei den Schulanfängern keine Leser dabei. Auch recht – ich kann also etwa von den gleichen Voraussetzungen ausgehen. Und viele Differenzierungsmaterialien der letzten Jahre bleiben gut in den Kisten aufbewahrt – bis demnächst.