Schlagwort-Archiv: Kunsterziehung

Formen und Farben

Wie führe ich alle Farben des Wasserfarbkastens ein? Diese Frage stelle ich mir jedes Jahr neu und ich suche immer wieder nach neuen Ideen.
Zeitgleich behandelten wir im Mathematikunterricht gerade die geometrischen Formen und da bot sich eine Kombination von Form und Farbe an.






Die Formen sind vorgegeben und werden mit einer Farbe aus dem Malkasten ausgemalt. Nach dem Trocknen wird ausgeschnitten und dann die Formen aufgeklebt wie “hingeworfen”.
Eine Arbeit, die allen gelingt und nett ausschaut.

Gemüseköpfe

Nach einigen Tagen Ausspannen bei wunderbarem Wetter geht es wieder weiter im Alltag und meine Gedanken weilen dann doch ab und zu bei der Schule.
Die Urlaubsfotos sind auf den Rechner geladen und da fallen mir doch auch noch die Fotos der letzten Schultage in die Hände auf den Bildschirm. Ach ja, Gemüse und Herbst waren doch unsere letzten Themen im Sachunterricht. Langsam dämmert es wieder!
Unsere Kunstwerke zum Thema Gemüse (angelehnt an den Künstler Giuseppe Arcimboldo): Gemüseköpfe.




Zuerst kann aus zwei verschiedenen Vorlagen ausgewählt werden (bei einer hat sich auch etwas Obst mit hinein geschmuggelt). Dann malen die Kinder mit den Wasserfarben aus. Es ist nicht so schlimm, wenn da mal rausgemalt wird – das Gemüse wird ja noch ausgeschnitten.

Zuerst wird der Gemüsekopf (Obstkopf) gelegt, es wird ausprobiert, herumgeschoben, Neues hinzugefügt. Wenn alles passt geht es ans Aufkleben.
Tolle fröhliche, monstermäßige, lustige Köpfe entstehen.







Zeitreise ins Mittelalter 4

Dienstag: Wie bereits in den letzten Tagen beginnt der Morgen mit Vorlesen: “Der kleine Ritter Trenk” von Kirsten Boie. Eine tolle und spannende Einführung ins Mittelalter.
In den ersten beiden Stunden geht es nochmal um Burgen. Wir betrachten die Nürnberger Burg auf dem Foto der Eintrittskarte und vergleichen mit einer Zeichnung. Welche Teile hat eine Burg? Was ist wichtig und wofür?

Für Kollegen: Sehr zu empfehlen ist das Buch: Lernwerkstatt Ritter 1./2. Jahrgangsstufe vom bvk-Verlag. Hier sind sehr viele Kopiervorlagen, die noch einmal eine Zusammenfassung geben und mit denen gelesen, gerätselt, ausgeschnitten und geklebt werden kann.

Nach der Pause geht es für meine Klasse in den ersten “Workshop”: Kleidung im Mittelalter. Von einer Kollegin hören und sehen sie, was die Menschen damals getragen haben.

Mittwoch: Wir begrüßen uns diesmal mit mittelalterlicher Musik. Die “werten Schüler” gehen dazu im Klassenzimmer herum und verbeugen sich oder knicksen vor ihrem Gegenüber. Wie lustig! Interessant: sogar meine Rabauken machen mit.
Heute geht es um Sprache und Schrift.
Wie haben die Menschen damals gesprochen? Ein Gedicht gibt Einsicht in die Sprache und lässt die Kinder rätseln.
Ich zoch mir einen valken
mere danne ein jar.
do ich in gezamete
als ich in wolte han
und ich im sin gevidere
mit golde wol bewant,
er huop sich uf vil hohe
und floug in anderiu lant.

Doch – wir haben es gemeinsam geschafft und das Gedicht übersetzen können.

Und endlich geht es weiter mit der Schrift.
Nach dem Erklären und Zeigen, wie das mit der Feder so funktioniert geht es ans Schreiben. Zuerst probieren die Kinder mit Linien, Kreisen, Schwüngen aus, wie man mit der Feder schreibt – und vor allem, wie man es schafft, keine Tintenkleckse zu hinterlassen. Gar nicht so einfach.

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Mittelalterliche Buchstaben (naja, halt die, die man im Computer so findet)werden betrachtet und versucht, nachzuschreiben.



Wer das geschafft hat darf einen Text schreiben. Ach wie gerne die Schüler plötzlich schreiben. Wenn das nur immer so wäre!
Ich habe vergessene Poesiealbum-Sprüche herausgekramt und die werden jetzt fleißig abgeschrieben.


Sogar an einen lateinischen Text trauen sich einige. Denn in dieser Sprache wurden die meisten Bücher damals geschrieben. Etwas zu schreiben, das man nicht versteht, fanden dann einige recht interessant. (Und sie können in der Sprache schreiben, die manche Geschwister am Gymnasium lernen!)

Letzter Schritt für die Schnellen. Sie dürfen Initialen verzieren.
Und manche lernen hier ihre Tintenkleckse zu nutzen.




So viel Spaß hat Schreiben schon lange nicht mehr gemacht.
Vieles werden die Kinder vom Mittelalter vergessen – aber das Schreiben mit dem Gänsekiel werden sie (hoffentlich) doch in Erinnerung behalten.

Zeitreise ins Mittelalter 2

Jeder Lehrer bietet in der Projektwoche einen Workshop mit einem Thema an, der dann von verschiedenen Klassen besucht werden kann. Da gibt es
– Spiele im Mittelalter
– Kleidung, Ritterrüstung
– Tanzen
– Ritterturnier
– Filzen
– Herstellen eines Kreisels
– Musikinstrumente
und noch vieles mehr.
Ich habe mich für “Schreiben im Mittelalter” entschieden.

Unterrichtsvorbereitung einmal anders:

Dazu brauchte ich erstmal Federn. Wie gut dass unser Sohn Kontakt zu einem Bauern mit Gänsezucht hat. Von diesem habe ich vier Gänseflügel erhalten. Mit Nagelschere machte ich mich (nach gescheiterten Versuchen mit der Säge) daran, alle kleinen Federn nacheinander abzuschnipseln. (Die Weihnachtsengel sind schon geplant!)

Danach kamen dann die großen Federn, die ich mit dem Teppichmesser abschneiden musste.

Interessant war, dass in den Gänsekielen die sogenannten “Seelen” stecken, kleine Fäden, Federn, …(?), die mit der Pinzette herausgezogen wurden.

Danach wurden die Federn mit dem Messer noch einmal schräg abgeschnitten und dann – laut Anweisung – ins Wasser gestellt.

Nächster Schritt: die Kiele wurden in heißem Sand (Vogelsand bei 200°C erhitzt) gedreht, um härter zu werden.

Zum Schluss opferte ich meine Nagelschere, um die Spitzen noch einmal zurechtzuschneiden und die Federn unten zu kürzen.

Nun bin ich nur noch gespannt wie die Kinder damit zeichnen und schreiben werden!

Erdbeerzeit

Ich liebe Erdbeeren! Und so geht es den meisten Kindern auch.
Aber bevor die Erdbeerzeit zu Ende geht wollten wir noch die süßen Früchte festhalten – wenigstens auf Papier.
Nach genauem Betrachten der Beeren zeichneten die Kids erstmal eine Erdbeere mit Buntstiften auf einen kleinen Zettel. Die Schüler sollten die Form und die Oberfläche der Frucht und die Blätter genau anschauen und abmalen. Das gelang allen sehr gut.




Nach dieser Phase ging es dann ans großflächige Malen der Erdbeere – mit Wasserfarben auf DIN A3.
Nach dem Vorzeichnen mit Buntstift wurden die gelben Punkte mit Ölkreide aufgezeichnet und dann mit Wasserfarben um-malt. Nach dem Trocknen konnten dann die gelben Punkte noch einmal verstärkt und der Hintergrund auch gelb gemalt werden.





So bleibt uns der “Geschmack” von Erdbeeren auf jeden Fall noch in diesem Schuljahr erhalten.

Muttertag – der Letzte

Muttertag ist ja jetzt endgültig Geschichte – wenigstens für dieses Jahr.
Ich gestehe: ich finde diesen Tag schrecklich. Das hat auch ganz viel mit meinen Kindheitserinnerungen zu tun. Meine Mutter hatte (hat sie immer noch)Anfang Mai Geburtstag und dann kam innerhalb einer Woche schon der nächste Festtag für sie. Meine Ideen und mein Taschengeld reichten kaum für zwei Feiern. Es war jedes Jahr eine Qual. Mit dem Älterwerden fing ich dann an den Muttertag zu übergehen – bis meine eigenen Kinder mit ihren Geschenken kamen. So sammelten sich also die Karten, Basteleien und unvermeidlichen Gutscheine. Beim jährlichen Saubermachen finde ich sie immer noch in einer Schublade und denke dann berührt an die “alten” Zeiten zurück.
Trotzdem – jedes Jahr steht mit den Schülern der Muttertag wieder an und ich überlege, was wir denn dieses mal basteln. Wenigstens zu einer Karte hat es in diesem Jahr gereicht – dank der Vorlage einer Kollegin und ihres Blogs “Klassenkunst”. Wie so oft war ich dann wieder überrascht über die Begeisterung und Liebe, mit der die Kinder an ihren Karten bastelten, malten und schrieben und manche gar nicht aufhören wollten und wieder neue Ideen zur Gestaltung hatten.
Liebe Mamas, gerade wenn die Karte übervoll gestaltet wurde – dann steckt da schon eine besonders große Liebe dahinter. Und vielleicht geht es dann in einigen Jahren Ihnen auch so wie mir wenn Sie vor einer Schublade sitzen mit all den Schätzen der Kinder …





Unter Brücken

Seit den Osterferien ist eine Menge passiert in unserem Klassenzimmer- und ich habe den Frühling in meinem Garten genossen, die Wochenenden nicht vor dem Schreibtisch verbracht und so auch nicht im Blog weiterberichtet. Dennoch sind einige Fotos entstanden und ich beginne mal hiermit:

Den französischen Maler Claude Monet wollte ich schon lange den Kindern vorstellen und dazu malen lassen. Hierzu wählte ich ein “Brückenbild” aus seinem Garten in Giverny. Aber zuvor machten wir uns erst Gedanken, was unter einer Brücke denn so sein könnte. Die Kinder erzählten ihre Vorstellungen und bekamen dann ein DIN-A6 Blatt mit Brücke und malten ihre Ideen mit Buntstiften.






Ich freue mich sehr über diese tollen Ideen (es gibt noch mehr) und ihre Umsetzung (zugegeben: es gibt schon auch Kinder, deren Berufung es jetzt nicht ist, Maler zu werden – aber: es macht ihnen trotzdem Spaß!)

In der nächsten Stunde wurde dann das Bild von C. Monet vorgestellt und ich erzählte etwas zu seinem Leben und zur Entwicklung des neuen Kunststils des Impressionismus. Wir schauten uns das Bild genau an und suchten aus unserer “Tonpapier-Farbsammlung” all die Farben, die der Künstler in seinem Bild verwendet hatte – und wir staunten über die vielen verschiedenen Farben.
Danach ging es ans Arbeiten. Die Brücke hatte ich wieder auf einem DIN-A3 Blatt kopiert und die Kinder begannen zuerst mit Ölkreiden die Seerosen und Gräser zu malen. Danach konnte alles mit blauer Wasserfarbe überpinselt werden ohne die Farbe anzunehmen. Als nächstes entstanden die Bäume im Hintergrund und hier wurde fleißig mit grün, gelb und braun gemischt. Viele Kinder versuchten auch im Stil Monets mit kurzen Pinselstrichen zu arbeiten. Als alles getrocknet war konnte dann die Brücke noch ausgemalt werden.









Tolle Bilder sind entstanden und die Kinder sind zu Recht sehr stolz auf ihre Kunstwerke.

Frühling

Nachdem der erste Ferientag mit Regen und kälte beginnt setze ich mich gerne an meinen Schreibtisch, um die Fotos der letzten Wochen zu sortieren und mich an den fröhlichen Farben der Bilder zu erfreuen.
Alternative Bügeln – na, da schreibe ich doch lieber weiter in meinem Blog.

Klar, dass der Frühling auch in unserem Klassenzimmer eingezogen ist.
“Echte” Frühblüher werden betrachtet und die Schüler prägen sich die Namen (wieder) ein. Ich bin gespannt, wer von den Pinguinen die Blumen im nächsten Jahr noch kennt. Zugegeben – Hyazinthe ist schon ein sehr schweres Wort.

Eine Tafelanschrift hilft zum Hefteintrag:

Auch an der Pinwand zieht der Frühling ein:

Und natürlich an den Fenstern:

Nachdem unsere Lehramtsanwärterin die Abklatschtechnik mit Wassserfarben eingeführt hat, kommen auch die ersten Schmetterlinge am Fenster dazu. Ich denke, die werden den Frühling etwas überdauern.
(Leider kommen auf den Fotos die bunten, leuchtenden Farben nicht so klar heraus.)




Statt Osterkarten gibt es heuer auch für die Eltern (oder fürs Kinderzimmer) einen Fenstergruß.

Nachdem mir der Aufwand zu groß ist, mit Schablonen zu arbeiten, kopiere ich die einzelnen Teile auf buntes Papier, so dass die Kinder nur noch ausschneiden müssen.

Dieses Mal sammelt ein Osterhuhn die farbigen Eier. Sind die nicht toll geworden?



Und dann kam doch tatsächlich noch der Osterhase in der Pause und versüßte allen die kommenden Ferien.

Gerne hole ich mir für den Unterricht Anregungen im Netz.
Die “Tigerklasse” hat ähnliche Hühner aus Filz genäht und ich habe dann noch passende Kopiervorlagen gefunden. Leider weiß ich nicht mehr wo, der Autor, die Autorin darf sich gerne melden. Auf jeden Fall vielen Dank!
Kerstin aus dem Blog “materialwiese” hat wunderschöne Grußkarten entworfen, die ich dann verteilen konnte. Die Kinder haben sich sehr gefreut (nicht nur über die Schokis).

Allen Lesern wünsche ich erholsame Osterferien (so sie diese denn haben), und auf jeden Fall schöne Ostertage.

Rückblick auf die Woche

Nicht immer schaffen wir es vor dem Wochenende auf die vergangene Woche zurückzuschauen. Wenn dann doch Zeit dafür ist staune ich immer wieder, was den Kinder in Erinnerung bleibt an Lernstoff (hoffentlich viel!), aber auch an vielen Kleinigkeiten, an eher zufälligen Äußerungen von mir, an Gesprächsbeiträgen von Mitschülern, an Gefühlen, die empfunden wurden.

in dieser Woche war der Rückblick am Wochenanfang. Das haben die Kinder in einer Woche gelernt:

Ich war selbst ganz überrascht, was da alles zusammengekommen ist.

Und das möchten die Schüler noch weiter lernen und vertiefen:

Mal sehen, was wir schaffen werden.
Ich finde es toll, wenn sich die Kinder selbst Ziele setzen und diese dann auch erreichen wollen. Klar, dass wir auch an “Kommando Pimperle” arbeiten werden – das nicht nur ein Spiel ist, sondern auch das genaue Zuhören und Bewegen schult.

Seit den Faschingsferien gibt es auch noch einen anderen Wochenrückblick:
jedes Kind sucht sich für die vergangene Woche einen Farbstreifen aus, der seine Gefühle, Wahrnehmungen ausdrückt.
“Ich nehme blau, weil mir Mathe gefallen hat.”
“Ich nehme weiß, weil es so laut war und ich nichts verstanden habe.”
“Ich nehme gelb, weil der (Lehrer) so streng geschaut hat.”
“Ich nehme grün, weil mein Geburtstag gefeiert wurde.”
“Ich nehme blau, weil mir die Geschichte von Latte Igel gefallen hat.”
Interessant, welche Farben bestimmten Gefühlen und Erlebnissen zugeordnet werden – Kinder verbinden ihre Eindrücke mit ganz anderen Farben als Erwachsene (das schon eingeübt haben).

So sind unsere Wochenbilder geworden:

Woche 1:

Woche2:

Woche3:

Und so hängen die Bilder im Klassenzimmer und warten auf “Zuwachs”:

Geburtstag

“Freust du dich auf deinen Geburtstag?” so wurde ich einen Tag vor meinem “großen Tag” gefragt. Naja – die Zeiten sind schon länger vorüber, an denen man aufgeregt dem Geburtstag entgegenfiebert. Eher: schon wieder ein Jahr älter, die Zahlen wirken schon fast bedrohlich – und dennoch: ich bin dankbar für die vielen wunderbaren Jahre meines Lebens.
Die Kinder und meine Lehramtsanwärterin haben mir auf jeden Fall diesen Tag versüßt und mir sehr viel Freude gemacht.


Ich wurde reich beschenkt mit vielen Gemälden und Bastelarbeiten, Süßigkeiten und Blumen.


Die Mamas(oder Papas?) haben leckere Kuchen gebacken.


Ein tolles Tafelbild schmückt unser Klassenzimmer – und das Plakat auch demnächst mein Arbeitszimmer. Vielen Dank!