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Zeitreise ins Mittelalter 4

Dienstag: Wie bereits in den letzten Tagen beginnt der Morgen mit Vorlesen: “Der kleine Ritter Trenk” von Kirsten Boie. Eine tolle und spannende Einführung ins Mittelalter.
In den ersten beiden Stunden geht es nochmal um Burgen. Wir betrachten die Nürnberger Burg auf dem Foto der Eintrittskarte und vergleichen mit einer Zeichnung. Welche Teile hat eine Burg? Was ist wichtig und wofür?

Für Kollegen: Sehr zu empfehlen ist das Buch: Lernwerkstatt Ritter 1./2. Jahrgangsstufe vom bvk-Verlag. Hier sind sehr viele Kopiervorlagen, die noch einmal eine Zusammenfassung geben und mit denen gelesen, gerätselt, ausgeschnitten und geklebt werden kann.

Nach der Pause geht es für meine Klasse in den ersten “Workshop”: Kleidung im Mittelalter. Von einer Kollegin hören und sehen sie, was die Menschen damals getragen haben.

Mittwoch: Wir begrüßen uns diesmal mit mittelalterlicher Musik. Die “werten Schüler” gehen dazu im Klassenzimmer herum und verbeugen sich oder knicksen vor ihrem Gegenüber. Wie lustig! Interessant: sogar meine Rabauken machen mit.
Heute geht es um Sprache und Schrift.
Wie haben die Menschen damals gesprochen? Ein Gedicht gibt Einsicht in die Sprache und lässt die Kinder rätseln.
Ich zoch mir einen valken
mere danne ein jar.
do ich in gezamete
als ich in wolte han
und ich im sin gevidere
mit golde wol bewant,
er huop sich uf vil hohe
und floug in anderiu lant.

Doch – wir haben es gemeinsam geschafft und das Gedicht übersetzen können.

Und endlich geht es weiter mit der Schrift.
Nach dem Erklären und Zeigen, wie das mit der Feder so funktioniert geht es ans Schreiben. Zuerst probieren die Kinder mit Linien, Kreisen, Schwüngen aus, wie man mit der Feder schreibt – und vor allem, wie man es schafft, keine Tintenkleckse zu hinterlassen. Gar nicht so einfach.

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Mittelalterliche Buchstaben (naja, halt die, die man im Computer so findet)werden betrachtet und versucht, nachzuschreiben.



Wer das geschafft hat darf einen Text schreiben. Ach wie gerne die Schüler plötzlich schreiben. Wenn das nur immer so wäre!
Ich habe vergessene Poesiealbum-Sprüche herausgekramt und die werden jetzt fleißig abgeschrieben.


Sogar an einen lateinischen Text trauen sich einige. Denn in dieser Sprache wurden die meisten Bücher damals geschrieben. Etwas zu schreiben, das man nicht versteht, fanden dann einige recht interessant. (Und sie können in der Sprache schreiben, die manche Geschwister am Gymnasium lernen!)

Letzter Schritt für die Schnellen. Sie dürfen Initialen verzieren.
Und manche lernen hier ihre Tintenkleckse zu nutzen.




So viel Spaß hat Schreiben schon lange nicht mehr gemacht.
Vieles werden die Kinder vom Mittelalter vergessen – aber das Schreiben mit dem Gänsekiel werden sie (hoffentlich) doch in Erinnerung behalten.

Zeitreise ins Mittelalter 3

Montag: Unser erster Tag der Projektwoche Mittelalter.
Alle Klassen treffen sich am Pausenhof und werden mit einer Hymne und einigen Worten des Herolds (= Schulleiterin) begrüßt. Und einem Rätsel: Woher kommt die Redewendung: einen Zahn zulegen? (Und siehe da: ein Schüler einer zweiten Klasse weiß die Lösung!)
An diesem Tag ist nur eines wichtig: das Theaterstück “Robin Hood”, gespielt vom Theater “Rootslöffel”. Im Gemeindesaal hat das mobile Theater alles aufgebaut und die Schauspieler spielen an diesem Morgen das Stück zweimal, damit es alle Klassen sehen können. Mich fasziniert wieder einmal die minimale Ausstattung der Bühne (Kartons) mit maximaler Wirkung und Einsatzmöglichkeit. Eine tolle Einstimmung auf die Woche.

Zeitreise ins Mittelalter 2

Jeder Lehrer bietet in der Projektwoche einen Workshop mit einem Thema an, der dann von verschiedenen Klassen besucht werden kann. Da gibt es
– Spiele im Mittelalter
– Kleidung, Ritterrüstung
– Tanzen
– Ritterturnier
– Filzen
– Herstellen eines Kreisels
– Musikinstrumente
und noch vieles mehr.
Ich habe mich für “Schreiben im Mittelalter” entschieden.

Unterrichtsvorbereitung einmal anders:

Dazu brauchte ich erstmal Federn. Wie gut dass unser Sohn Kontakt zu einem Bauern mit Gänsezucht hat. Von diesem habe ich vier Gänseflügel erhalten. Mit Nagelschere machte ich mich (nach gescheiterten Versuchen mit der Säge) daran, alle kleinen Federn nacheinander abzuschnipseln. (Die Weihnachtsengel sind schon geplant!)

Danach kamen dann die großen Federn, die ich mit dem Teppichmesser abschneiden musste.

Interessant war, dass in den Gänsekielen die sogenannten “Seelen” stecken, kleine Fäden, Federn, …(?), die mit der Pinzette herausgezogen wurden.

Danach wurden die Federn mit dem Messer noch einmal schräg abgeschnitten und dann – laut Anweisung – ins Wasser gestellt.

Nächster Schritt: die Kiele wurden in heißem Sand (Vogelsand bei 200°C erhitzt) gedreht, um härter zu werden.

Zum Schluss opferte ich meine Nagelschere, um die Spitzen noch einmal zurechtzuschneiden und die Federn unten zu kürzen.

Nun bin ich nur noch gespannt wie die Kinder damit zeichnen und schreiben werden!

Zeitreise ins Mittelalter 1

Unsere Schule begibt sich ins Mittelalter! In dieser Woche wollen wir gemeinsam ein bisschen von dieser Zeitspanne erfahren.
Unsere Heimatstadt wurde zwar im Mittelalter gegründet, vor über 1000 Jahren – alle Häuser, bis auf die Kirche – wurden jedoch im 30-jährigen Krieg zerstört. So bleibt uns also nur eine Fahrt in die Nachbarstadt, um vom Mittelalter mehr zu erfahren. Hier war es nicht der 30-jährige, sondern der 2. Weltkrieg, der so viel zerstört hat – aber vieles wurde wieder aufgebaut.
Eine tolle Stadtführerin lässt uns am mittelalterlichen Leben teilhaben.

Kaiser Karl IV. thront über dem Hauptmarkt auf der Frauenkirche und lässt sich jeden Tag um 12.00 Uhr die Ehrerbietung seiner Fürsten gefallen. Die Kinder können diese Szene nachspielen:


Hier wird die passende Verbeugung vor dem Kaiser geübt. Man beachte bitte den Kaiser mit “Möhren”zepter und Reichs”apfel”.


Und dann wird sich dreimal vor dem Kaiser verbeugt.

Weiter geht’s zu einem Brunnen. Wie war das damals, als der kleine Albrecht Dürer das Wasser für seine Mutter aus dem Brunnen holen musste? Und dann wird auch gleich das Löschen eines Brandes geübt – wenngleich die Plastik-Jogurteimerchen nicht ganz mittelalterlich sind.


In der Reihe werden die Wassereimer weitergegeben…


… und das Wasser wird von der Brücke in die Pegnitz gegossen.

Der nächste Halt: die Sebalduskirche. Die Kinder suchen den Heiligen Sebaldus mit Kirche, Wanderstab und Jakobsmuschel und werden auch fündig.

Kurz noch ein Blick auf den Künstler der Stadt, Albrecht Dürer, bevor dann die “Bergbesteigung” beginnt.

Wir haben es fast geschafft.

Hier im Innenhof der Kaiserburg können wir ein Tänzchen wagen.

Und wir riskieren einen Blick in den tiefen Brunnen – fast 50 Meter geht es hinunter.

Nach dem Blick in die Tiefe geht es jetzt hinauf: auf den Sinwellturm.

Wer kann die Pyramide entdecken?

Ritter Eppeleins Pferd hat auf der Burgmauer seine Spuren hinterlassen – so erzählt wenigstens die Sage.

Nach einem mittelalterlichen Spiel (kann ich mir vorstellen) – Kirschkernweitspucken – verlassen wir das Mittelalter und kehren mit der modernen Technik , der U-Bahn wieder zurück zur Schule.

Aber – das Mittelalter wird uns nicht loslassen.